Hübsche Raupen und mysteriöse Falter

Der Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos) ist der einzige Vertreter seiner Gattung, der in guten Jahren sogar in Deutschland anzutreffen ist. Ansonsten ist er in Südeuropa und Afrika zu finden. 

Vogelmist oder welkes Blatt

Die Raupen verändern ihr Aussehen im Verlauf ihrer Entwicklung ständig. Im letzten Stadium sind sie schließlich meist gelb-grün. Ein kleinerer Anteil zeigt eine grau-weiße Färbung. Diese erinnert an die Raupen einiger Schwalbenschwänze (z.B. Papilio multicaudata), die sich als Vogelkot tarnen (Vogelkotmimese). Der zur 15 Zentimeter langen Raupe gehörige Vogel müsste allerdings sehr groß sein. So liegt die Vermutung nah, dass die Raupe ein verwelktes Blatt darstellen soll. Zudem eignet sich solch ein Hell-Dunkel- Kontrast, wie auch beim Schabrackentapir (Tapirus indicus) sehr gut um im Pflanzendickicht nicht aufzufallen. 

Ob Raupe oder Tapir, grau-weiß ist eine sehr gute Tarnfärbung.

Tarnung mit blauen Streifen?

Die Mehrzahl der Raupen ist grün-gelb mit blauen Streifen. Die schrägen Streifen ermöglichen es der Raupe im Gewirr der über- und untereinander liegenden Blätter zu verschwinden. Der Rücken ist hell, der Bauch dunkel. Auch dies trägt zur Formverzerrung bei.

Noch eben saß die Raupe fröhlich fressend auf dem Zweig. Doch wo ist sie plötzlich hin?

Zum Ende ihres Daseins als Raupe verfärbt sich die Raupe schlagartig in ein bräunliches Orange. Sie setzt grünlich schleimigen Kot ab. Dann verlässt sie die Futterpflanze und beginnt sie zu wandern. Sie wandert nicht ohne Grund. Sie sucht nach einem Verpuppungsplatz. Vom Schlupf bis zur Verpuppungsreife vergehen zumeist 18 bis 27 Tage.Ist es dann soweit, sollte die Raupe in einen gut verschlossenen Behälter mit einem geeigneten, leicht feuchten Substrat gegeben werden. Kokoshumus ist optimal. Er schimmelt fast nicht und hält die Feuchtigkeit sehr gut. Zudem ist dieses Substrat grabfähig, Optimal ist es eine verpuppungsbereite Totenkopfschwärmerraupe in 2 Liter oder 5 Raupen in 12 Liter Kokoshumus zu setzen. Dann sollte der Behälter in eine ruhige Ecke gestellt werden. Nach 3 Wochen kann das Gefäß umgekippt und die Puppen herausgesammelt werden. Schließlich werden sie zur besseren Überwachung in einen Puppenkasten gelegt. 

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