Im November 2019 konnte ich ein einzelnes Springspinnenweibchen einer mir unbekannten Art im Vorgarten meiner Schwiegereltern fangen. Der Garten befindet sich in Depok in Indonesien. Die Spinne saß an einem Holzstamm unter einer Orchidee. Mit einer Körperlänge von 7 Millimetern war sie nicht sehr groß, schien aber dennoch adult zu sein.

Der Fundort der neuen Springspinne (Salticidae sp.).

Auch die Gewächshausspringspinne (Hasarius adansoni) lebt hier.

Das erwachsene Spinnenweibchen ist mit seiner braunen Färbung auf der Baumrinde gut getarnt.

Ende Januar 2020 begann das Weibchen mit der Anlage eines Gespinstes zur Eiablage. Dieses wurde ab sofort rund um die Uhr bewacht. Bereits am 20.02.2020 verließen die ersten kleinen Spinnen das Versteck. 

Muttertier mit 34 aktiv werdenden Spiderlingen

Klein und grau

Die Jungspinnen waren knapp über einen Millimeter lang. Aufgrund der geringen Größe erschienen mir Drosophila ungeeignet als Erstfutter. Deshalb kam die Spezialmethode zur Aufzucht kleiner Springspinnen zur Anwendung. Mit dieser Methode hatte ich bereits viele Hasarius adansoni aufgezogen: Alle kleinen Hüpfer wurden einfach in ein Käferterrarium eingesetzt. Die Rückwandist aus Korkrinde und bietet viele Versteckmöglichkeiten. Springschwänze, Milben, Trauermücken und Fruchtfliegen bilden ein wahres Buffet.

Ein Blick ins Terrarium

Am 03.03.2020 haben die Spinnen kleine Netze gebaut.

Mittlerweile haben sie ihre Größe verdoppelt und fressen schon Drosophila. Jetzt können sie separiert werden.

10.04.2020 Die juvenilen Nachzuchten sehen ihrer Mutter sehr ähnlich.

20.04.2020 Das erste Weibchen ist erwachsen.

Die großen Augen glänzen grünlich. 

In Absprungposition

Das Männchen hat eine ganz andere Färbung.

Es ist cremefarben mit schwarzen Flecken und gestreiften Beinen. 

Er hat schwarze Augen.

Die gesamte Entwicklungsdauer der gefundenen Springspinnenart lag somit unter einem halben Jahr. Im Käferterrarium tragen die kleinen Spinnen zur Verringerung von Fliegen und anderen ungewünschten Terrarienbewohnern bei. Man kann sie regelmäßig beobachten, wie sie ihre Beute verfolgen. Auch Paarungen finden hier statt. Alternativ können sie auch in einer aufgestellten Heimchendose gepflegt werden. Die adulten Tiere fressen auch Stubenfliegen und kleine Schaben. 

Die Färbung der adulten Männchen ist sehr charakteristisch. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um die Art Plexippus petersi. Diese Spinnen sind in Asien heimisch, wurden aber bis nach Afrika und auf einige pazifische Inseln verschleppt.

Quellen (Abruf am 24.06.2020)

https://wsc.nmbe.ch/species/32092

2 Idee über “Können diese Augen lügen? – Zuchtbericht einer indonesischen Springspinne (Plexippus cf. petersi)

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