Vom Sturm gezeichnete Bananen am Rande der Wiese

Es ist der 13. November 2019. Ich befinde mich auf einer saftig grünen Brachfläche irgendwo in Depok, Indonesien. 

Bei fünfundzwanzig bis dreißig Grad im Schatten summt und brummt es um mich herum. Viele Insekten und Spinnentiere konnte ich schon finden. Doch gibt es einen klaren Mangel, einen Mangel an Käfern. Abgesehen von ein paar Blattkäfern konnte ich heute noch keinen finden. Schließlich fällt trete ich hinter eine Gruppe Maniokpflanzen. Der Boden ist sehr nass. Ein paar Meter weiter versinkt man im Schlamm. Hier liegt ein armlanger Brocken weißfaules Holz. Ich kann nur noch daran denken es umzudrehen. Mithilfe meines Kescherstiels wende ich das von Mycel durchzogene Stück. Schlangen gibt es hier schließlich auch genug. Doch es findet sich keine Kobra, sondern zwei Käferlarven. Sie sind ca. 15 Millimeter lang und sehen rosenkäferartig aus. Mit ein paar Stückchen Originalsubstrat verstaue ich sie in einer Dose. .

Der Fundort der Larven befindet sich hinter der Ansammlung von Maniokpflanzen (mittig rechts im Bild)

Am 26. November, zurück in Deutschland werden beide Larven in eine Dose mit 800ml Flakesoil überführt. Mit sehr viel Glück wird es vielleicht ja ein Paar derselben Art. Bei einer Überprüfung am 25. Januar 2020 stelle ich fest, dass eine Larve leider gestorben ist. Die andere hat sich einen Kokon gebaut. Diesen deponiere ich leicht eingegraben auf dem Substrat. Am 01. Februar entdecke ich schließlich sehr kleine Käferfußabdrücke auf dem Substrat. Zudem ist ein Schlupfloch im Kokon. Die Spannung steigt, der Puls rast. Jetzt bin ich mal gespannt, was ich da ausgebrütet habe.

Besonders markant sind die stachelartig verlängerten Elytren

Am Boden des Behälters findet sich ein Rosenkäfer. Er ist fünfzehn Millimeter lang und bronzefarben mit grünem Glanz. Sowohl Pronotum, Elytren als auch das Abdomen sind mit Tomentierungen überzogen. Nach einiger Recherche ist der Fall klar:

Das ist Protaetia acuminata, der Mango-Rosenkäfer. Die Art wurde  im Jahr 1775 vom berühmten Zoologen Johann Christian Fabricius beschrieben. Laut JÁKL (2018) kommt P. acuminata von Thailand über Myanmar, Vietnam, Malaysia, Singapur und  Brunei bis in weite Gebiete Indonesiens vor. Es handelt sich also um eine weit verbreitete durchaus häufige Art.

 

Zusätzlich zu den Tomentierungen ist der Käfer an vielen Stellen stark punktiert. 

Der grüne Glanz ist nicht sehr leicht zu fotografieren.

Wie viele andere Protaetia stellt sich der Käfer bei Beunruhigung tot.  

Quellen

Jákl, S. (2018): Cetoniine beetles of the Indonesian Lesser Sundas (Coleoptera: Scarabaeidae: Cetoniinae), Studies and Reports Taxonomical Series 14 (2): 275-384, https://sar.fld.czu.cz/cache/article-data/SaR/Published_volumes/2018-2/jakl_275-384.pdf (Abruf 05.02.2020)

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